Reihenfolge des Lizenzverbrauchs

IT-Asset-Management (Cloud)

In diesem Kapitel wird erläutert, wie die Prioritäten des Lizenzverbrauchs in IT-Asset-Management festgestellt und verwaltet werden. Anhand der Prioritäten des Lizenzverbrauchs wird entschieden, welche der verfügbaren Lizenzberechtigungen für ein Produkt verbraucht werden, wenn der Inventarisierungsvorgang die entsprechende Installation oder (bei CALs) Zugriffsnachweise meldet.

Gründe für das Zuweisen mehrerer Lizenzen zu einer Anwendung

Wenn Sie einer Anwendung (in der Registerkarte Lizenzen) eine Lizenz hinzufügen, bedeutet dies, dass die Verwendung und Installation dieser Anwendung mit den Bedingungen der zugehörigen Lizenz übereinstimmen müssen. Beispiel: Bei gerätebasierten Lizenztypen legt die Anzahl der erworbenen Lizenzberechtigungen die Anzahl der autorisierten Installationen dieser Anwendung fest.

Dies sind die entscheidenden Gründe für die Verknüpfung mehrerer Lizenzen mit einer einzigen Anwendung:
  • Suites: Wenn eine Anwendung sowohl als eigenständiges Produkt (z. B.Adobe Photoshop CS) als auch als Teil einer Suite (z. B.Adobe Creative Suite Design-Edition) lizenziert werden kann, sollte die Anwendung sowohl mit der Lizenz für das eigenständige Produkt als auch der Lizenz für die Suite verknüpft werden. Anhand der Anwendungs- bzw. Suiteerkennungsdetails wird festgelegt, ob eine Suitelizenz oder eine Lizenz für ein eigenständiges Produkt verbraucht wird.
  • Mehrere Produkte umfassende Lizenzen: Wenn eine Anwendung sowohl für ein eigenständiges Produkt (z. B. IBM DB2 Workgroup Server) als auch als Teil einer für mehrere Produkte geltenden Lizenz lizenziert werden kann (das Paket IBM WebSphere Application Server Liberty Core berechtigt beispielsweise die kostenlose Installation von IBM DB2 Enterprise Server auf dem IBM WebSphere Application Server), sollte die Anwendung sowohl mit der Lizenz für das eigenständige Produkt als auch der Multi-Produkt-Lizenz verknüpft werden. Wenn Installationen auf einem einzelnen inventarisierten Gerät berücksichtigt und mehrere Produkte (mit einer Multi-Produkt-Lizenz) auf dem Gerät gefunden werden (darunter auch ein primäres Produkt), erhält die Multi-Produkt-Lizenz immer Vorrang vor jeder Einzelproduktlizenz. Diese eskalierte Priorität kann auf der Registerkarte Lizenzen dieser Anwendung nicht angezeigt werden, weil Folgendes gilt:
    • Die Priorität hängt von den Installationen ab, die auf einem einzelnen inventarisierten Gerät ermittelt wurden, wohingegen diese Registerkarte allgemeine Informationen über die Anwendung zur Verfügung stellt, unabhängig davon, wo sie ermittelt wird.
    • Die Priorität hängt von mehreren verschiedenen Produkten ab, und nicht nur von dieser Anwendung.
    Stattdessen wird auf der Registerkarte Lizenzen dieser Anwendung die Multi-Produkt-Lizenz in der Prioritätsreihenfolge angezeigt, die sie für die Lizenzierung dieser einzelnen Anwendung hat (nachdem die Multi-Produkt-Verarbeitung abgeschlossen wurde). Weitere Informationen finden Sie unter Multi-Produkt-Lizenz.
  • Eindeutige Produktnutzungsrechte: Möglicherweise sind unterschiedliche Lizenzen desselben Typs für unterschiedliche Produktnutzungsrechte festgelegt. Beispiel: Sie verfügen über Lizenzen für gebrauchsfertige Einzelhandelspakete (Fully Packaged Product, FPP) ohne Zweitnutzungsrechte. Gleichzeitig haben Sie unter dieser Vereinbarung möglicherweise andere Anwendungen mit Zweitnutzungsrechten erworben. Diese unterschiedlichen Produktnutzungsrechte können Sie in zwei separaten Lizenzen erfassen. Während Sie in der Registerkarte Lizenzen Prioritäten zum Steuern des Verbrauchs dieser Lizenzen festlegen können, greifen Sie wahrscheinlich eher zu Gruppenzuweisungen oder Einzelzuordnungen, um zu steuern, welche Installationen welche Lizenzen verbrauchen.
  • Lizenztypen: Vielleicht verfügen Sie über einige Exemplare einer auf Computern vorinstallierten und von einer OEM-Lizenz abgedeckten Anwendung sowie über weitere Exemplare derselben Anwendung, die Sie separat im Einzelhandel erworben haben. Lizenztypen geben eine Standardpriorität vor, die Sie ändern können. Ein weiteres Beispiel: Sie können die Prioritäten für Lizenzen vom Typ User CAL und Device CAL definieren, um den Verbrauch von CAL-Berechtigungen zu regeln.
  • Downgrade-Rechte: Enthält die Lizenz für eine neuere Version der Anwendung Downgrade-Rechte, können der früheren Version der Anwendung mehrere Lizenzen zugewiesen werden. Beispiel: Wenn Sie über eine Lizenz für Office 2003 und eine für Office 2007 (die Downgrade-Rechte beinhaltet) verfügen, so werden Ihre Anwendungen von Office 2003 entweder von der Lizenz für Office 2003 oder der für Office 2007 abgedeckt (beide werden in den Anwendungseigenschaften von Office 2003 in der Lizenzliste angezeigt). Mit Lizenzprioritäten können Sie angeben, ob eine Anwendungsinstallation als Erstes die Downgrade-Rechte (von Office 2007) oder alternativ die Berechtigungen der Einzellizenz (von Office 2003) verbraucht.
    Tipp: Die automatische Verwaltung von Lizenzprioritäten sowie Upgrade- und Downgrade-Rechten kann bedeuten, dass die Lizenzen entsprechend den Downgrade-Rechten automatisch der Registerkarte Lizenzen hinzugefügt werden, wenn Anwendungen verknüpft werden oder die Verknüpfung aufgehoben wird.

Nachdem IT-Asset-Management die Lizenz-Compliance berechnet hat, werden die Lizenzberechtigungen von den Installationen bzw. (bei CALs) den Zugriffsdatensätzen einer Anwendung exakt in der Reihenfolge verbraucht, in der die Lizenzen in den Anwendungseigenschaften auf der Registerkarte Lizenzen aufgelistet sind (die erste Lizenz hat die höchste Priorität, und die zugehörigen Berechtigungen werden zuerst verbraucht).

Sobald die Gesamtanzahl der Berechtigungen von der ersten Lizenz verbraucht ist, verbrauchen die Installationen die Berechtigungen der nächsten Lizenz in der Liste usw.

Wichtig: Wenn für eine Anwendung festgelegt ist, dass IT-Asset-Management Lizenzprioritäten automatisch verwaltet (Einstellung Lizenzprioritäten automatisch verwalten), werden alle Lizenzen, für die Berechtigungslimits auf Unbegrenzt gesetzt sind, an den Anfang der Liste Reihenfolge des Lizenzverbrauchs gesetzt. Wenn es für eine Anwendung eine Kombination aus Lizenzen mit und ohne die Einstellung Vorbehaltlich True-Up gibt, werden die Berechtigungen bis zur gekauften Anzahl verbraucht und alle darüber hinaus gehenden Nutzungen werden den True-up-Lizenzen zugerechnet. In diesem Sinne ist die Priorität der Lizenzen mit der Einstellung Vorbehaltlich True-Up nicht relevant. Wenn Sie sich entschließen, Lizenzprioritäten in der Liste Reihenfolge des Lizenzverbrauchs manuell zu verwalten (durch Auswahl von Nein für Lizenzprioritäten automatisch verwalten), beachten Sie, dass alle Lizenzen, die nach den Lizenzen mit der Einstellung Unbegrenzt aufgelistet werden, niemals verbraucht werden.
Tipp: Sind alle Lizenzen verbraucht, wird für alle weiteren Installationen dieser Anwendung ein die Lizenzen übersteigender Verbrauch bezüglich der ersten Lizenz in der Liste angezeigt.
Hinweis: Die auf der Lizenz festgelegten Einschränkungen (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Einschränkungen) werden immer vor dem Verbrauch von Lizenzberechtigungen geprüft.

Prioritäten beim Lizenzverbrauch

In der folgenden Tabelle werden die Standardprioritäten beim Lizenzverbrauch zusammengefasst:
Hinweis: Die auf der Lizenz festgelegten Einschränkungen (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Einschränkungen) werden immer vor dem Verbrauch von Lizenzberechtigungen geprüft.
Priorität Beschreibung Anmerkungen
1 Zuordnungen Einzelne Zuordnungen zu inventarisierten Geräten (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Verbrauch).
2 Gruppenzuweisungen für Multi-Produkt-Lizenzen

Die auf der Lizenz definierten Gruppenzuweisungen (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Gruppenzuweisung).

Beispiel: Falls Sie die Multi-Produkt-Lizenz IBM WebSphere Application Server Liberty Core (die die Produkte IBM WebSphere Application Server und IBM DB2 Workgroup Server umfasst) der Gruppe Qualitätskontrolle zugewiesen haben, hat dies zweierlei Auswirkungen, wenn diese beiden Anwendungen auf demselben Computer installiert sind:
  • Die Benutzer oder Geräte, die dieser Gruppe angehören, verbrauchen die Berechtigungen der Multi-Produkt-Lizenz IBM WebSphere Application Server Liberty Core vorrangig vor allen anderen Benutzern. Die Priorisierung anhand von Gruppenzuweisungen regelt also den Wettbewerb um eine bestimmte Lizenz.
  • Durch die hier aufgelisteten Standardprioritäten für den Lizenzverbrauch verbrauchen die Benutzer oder Geräte, die der entsprechenden Gruppe angehören, die Multi-Produkt-Lizenz anstelle von zwei Einzelproduktlizenzen. Dies ist auch dann der Fall, wenn sich diese Gruppenzuweisungen mit Gruppenzuweisungen für diese Einzelproduktlizenzen überschneiden.
Weitere Informationen zu Multi-Produkt-Lizenzen finden Sie unter Multi-Produkt-Lizenz.
3 Multi-Produkt-Lizenzen

Eine Multi-Produkt-Lizenz, bei der für mindestens ein primäres Produkt entsprechende Installationsdatensätze für ein Gerät (oder Benutzer, je nach Lizenztyp) vorliegen, wird standardmäßig vorrangig vor Einzelproduktlizenzen verbraucht, die die gleichen Produkte abdecken.

Wenn mehrere Multi-Produkt-Lizenzen zur Auswahl stehen, die auf mehrere auf einem Gerät installierte Produkte zutreffen könnten, verbraucht IT-Asset-Management die Lizenz mit der übereinstimmenden Anzahl von primären Produkten. Anschließend ist die geringste Differenz ausschlaggebend, zwischen:
  • der Anzahl der Produkte in der Definition der Multi-Produkt-Lizenz und
  • der Anzahl der auf dem Zielgerät installierten Produkte.

Diese Standardvorgehensweise führt zu dem Ergebnis, das für eine Multi-Produkt-Lizenz mit mehreren primären Produkten zu erwarten ist. Beispiel: Falls Sie zwei Einzelproduktlizenzen für Produkt A, Version 10 und Produkt B, Version 12 haben (beide sind auf demselben Gerät installiert) und Sie außerdem eine Multi-Produkt-Lizenz für das Softwarepaket Superbundle AB haben (das die beiden Produkte als primäre Produkte enthält), wird zuerst die Berechtigung der Multi-Produkt-Lizenz verbraucht. Bei mehreren primären Produkten entspricht dieses Verhalten den Erwartungen, wenn alle diese Produkte jeweils auf demselben Gerät installiert sind.

Es kann jedoch zu unerwarteten Ergebnissen kommen, wenn die gleiche Logik auf eine Multi-Produkt-Lizenz angewendet wird, die nur ein einziges primäres Produkt enthält (an diesem Punkt sind Zusatzprodukte irrelevant) und Sie eine Einzelproduktlizenz für die gleiche Produktfamilie haben. Da für den Verbrauch die in den Anwendungseigenschaften in der Registerkarte Lizenzen definierten Lizenzprioritäten ausschlaggebend sind und die Multi-Produkt-Lizenz gegenüber der Einzelproduktlizenz gemäß den Standardprioritäten den Vorrang hat, verbraucht die Installation der Einzelanwendung standardmäßig zuerst eine Berechtigung der Multi-Produkt-Lizenz. Sie können dieses Standardverhalten bei Bedarf ändern:
  • Ordnen Sie in den Anwendungseigenschaften in der Registerkarte Lizenzen die Einträge per Drag-and-drop in der gewünschten Reihenfolge an.
  • Mithilfe von Gruppenzuweisungen können Sie einer Unternehmensgruppe den Vorrang beim Verbrauch von einer bestimmten Lizenz einräumen.
  • Legen Sie individuelle Zuordnungen von Geräten oder Benutzern (je nach Lizenztyp) zu der entsprechenden Lizenz fest.
Hinweis: In folgenden Szenarien können die Verbrauchsregeln unterschiedlich definiert werden:
  • Standardpriorität (Multi-Produkt-Lizenzen haben eine höhere Priorität): Installationen, die mindestens ein primäres Produkt umfassen, verbrauchen Berechtigungen der Multi-Produkt-Lizenz. Dies umfasst den Fall einer Multi-Produkt-Lizenz mit nur einem primären Produkt (neben den Zusatzprodukten). Das auf einem Gerät installierte Einzelprodukt verbraucht Berechtigungen von der Multi-Produkt-Lizenz.
  • Geänderte Priorität (eine Einzelproduktlizenz hat eine höhere Priorität): Installationen mit mehreren übereinstimmenden Produkten, einschließlich aller primären Produkte, verbrauchen Berechtigungen von der Multi-Produkt-Lizenz. Im Szenario der Multi-Produkt-Lizenz mit nur einem primären Produkt (neben ihren Zusatzprodukten) verbraucht das installierte Produkt nur dann Berechtigungen von der Multi-Produkt-Lizenz, wenn auf demselben Gerät mindestens ein Zusatzprodukt ebenfalls installiert ist (sodass insgesamt mehr als ein übereinstimmendes Produkt vorliegt).
Beispiel:
  • Eine Multi-Produkt-Lizenz L1 umfasst die primären Produkte P1 und P2 und die Zusatzprodukte Z1 und Z2.
  • Eine weitere Multi-Produkt-Lizenz L2 umfasst die primären Produkte P1 und P2, sie hat jedoch keine Zusatzprodukte.
  • Eine weitere Multi-Produkt-Lizenz L3 umfasst die Produkte P1, P2, Z1, Z2, Z3 und Z4.
  • Auf Gerät A sind die Produkte P1, P2 und Z2 installiert.
  • Auf Gerät B sind die Produkte P1 und P2 installiert.
  • Auf Gerät C sind die Produkte P1, P2, Z1 und Z3 installiert.
Auf allen diesen Geräten werden Berechtigungen von der Multi-Produkt-Lizenz verbraucht, da auf allen Geräten jeweils alle primären Produkte installiert sind. Die Geräte verbrauchen Berechtigungen von folgenden Lizenzen:
Lizenz Produkte Installationen auf Gerät A Installation auf Gerät B Installation auf Gerät C
L1
  • P1
  • P2
  • Z1
  • Z2
  • P1
  • P2
  • S2
   
L2
  • P1
  • P2
 
  • P1
  • P2
 
L3
  • P1
  • P2
  • Z1
  • Z2
  • Z3
  • Z4
   
  • P1
  • P2
  • Z1
  • S3

Nach den Regeln für den Lizenzverbrauch verbraucht Gerät B Berechtigungen von L2, weil die installierten Produkte genau mit den in der Lizenzdefinition von L2 festgelegten Produkten übereinstimmen. Gerät A verbraucht Berechtigungen von L1 (und nicht von L3), weil hier die geringste Differenz zwischen den installierten Produkten und den von der Lizenz abgedeckten Produkten vorliegt. Gerät C verbraucht Berechtigungen von L3, weil ihre Definition die installierten Zusatzprodukte umfasst und sie als einzige Lizenz Z3 abdeckt.

4 Gruppenzuweisungen für Einzelproduktlizenzen Beispiel: Falls Sie einer Unternehmensgruppe eine Lizenz zugewiesen haben, haben die Benutzer oder Geräte dieser Unternehmensgruppe Vorrang beim Verbrauch der Lizenzberechtigung.
5 Einzelproduktlizenzen Eine Einzelproduktinstallation oder (bei Client-Access-Lizenzen) ein Zugriff auf ein Einzelprodukt erhält Vorrang beim Verbrauch der Lizenzberechtigung.

Prioritäten beim Lizenzverbrauch von CALs

In der folgenden Tabelle werden die Standardprioritäten beim Verbrauch von CAL-Lizenzen (Client Access Licenses) zusammengefasst:

Priorität Beschreibung Anmerkungen
1 Einschränkungen und Zuordnungen
  • Die auf der Lizenz festgelegten Einschränkungen (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Einschränkungen).
  • Einzelne Zuordnungen zu inventarisierten Geräten (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Verbrauch).
2 Gruppenzuweisungen für CAL-Suite-Lizenzen Beispiel: Falls Sie der Gruppe Qualitätskontrolle die Lizenz Microsoft Core CAL Suite zugewiesen haben, haben die Benutzer oder Geräte in dieser Gruppe Vorrang beim Verbrauch der Lizenzberechtigung, wenn auf mehrere Anwendungen dieser Suite zugegriffen wurde. Weitere Informationen zu CALs finden Sie im Kapitel Client Access Licenses in der PDF-Datei IT-Asset-Management -Systemreferenz (nur Englisch).
3 CAL-Suites Beispiel: Wenn auf zwei Produkte einer unterstützten CAL-Suite zugegriffen wurde, wird anstelle von zwei einzelnen Berechtigungen vom Typ „User“ oder „Device CAL“ die Suite-Lizenz verbraucht.
4 Gruppenzuweisungen für Einzelprodukt-CALs Beispiel: Falls Sie einer Unternehmensgruppe eine Lizenz zugewiesen haben, haben die Benutzer oder Geräte dieser Unternehmensgruppe Vorrang beim Verbrauch der Lizenzberechtigung.
5 Lizenzprioritäten Die in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Anwendungen definierten Prioritäten.
6 User CALs Wenn ein einzelner Benutzer von mindestens einem Gerät auf eine Serveranwendung zugegriffen hat, wird eine Berechtigung vom Typ „User CAL“ verbraucht.
7 Device CALs Wenn mindestens ein Benutzer von demselben Gerät auf eine Serveranwendung zugegriffen hat, wird eine Berechtigung vom Typ „Device CAL“ verbraucht (aber keine Berechtigungen vom Typ „User CAL“).
Hinweis: Die auf der Lizenz festgelegten Einschränkungen (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Einschränkungen) werden immer vor dem Verbrauch von Lizenzberechtigungen geprüft.

Versionen, Editionen und Lizenztypen übergreifende automatische Prioritäten

Wenn Sie in der Liste Lizenzprioritäten automatisch verwalten (in den Anwendungseigenschaften in der Registerkarte Lizenzen) den Wert Ja wählen, wird die Lizenzliste entsprechend folgenden Regeln sortiert:
  1. Einige in dieser Registerkarte nicht sichtbare Faktoren haben hohe Priorität:
    • Ist eine Lizenz (in den Lizenzeigenschaften auf der Registerkarte Einschränkungen) eingeschränkt, können alle Anwendungsinstallationen aus demselben Bereich wie die Lizenz Berechtigungen von der eingeschränkten Lizenz verbrauchen, Installationen außerhalb des Bereichs jedoch nicht. Besteht für eine Lizenz beispielsweise die Einschränkung auf den Standort Nigeria, können nur Installationen in Nigeria und an den Nigeria untergeordneten Standorten Berechtigungen von dieser Lizenz verbrauchen.
    • Darüber hinaus werden Einzelzuordnungen einer Lizenz noch vor den folgenden Priorisierungen wirksam.
    Nachdem Einschränkungen und Zuordnungen abgedeckt sind, gelten für jeden weiteren Verbrauch die folgenden Priorisierungsregeln.
  2. Alle Lizenzen, bei denen die Lizenzierte Software (in den Lizenzeigenschaften in der Registerkarte Anwendungen) dem Produkt der gegebenen Anwendung entspricht, werden zuerst angezeigt. Es werden nur die Prioritäten für diese produktidentischen Lizenzen im automatischen Prozess weiter ausdifferenziert.
  3. Gruppenzuweisungen für Multi-Produkt-Lizenzen haben gegenüber nicht zugewiesenen Multi-Produkt-Lizenzen (und Einzelproduktlizenzen) eine höhere Priorität beim Verbrauch von Lizenzberechtigungen. Wenn Sie beispielsweise die Multi-Produkt-Lizenz IBM WebSphere Application Server Liberty Core der Gruppe Qualitätskontrolle zugewiesen haben, verbrauchen die Benutzer dieser Gruppe die Berechtigungen aus dieser Lizenz vorrangig vor anderen Benutzern. Erst nachdem die Gruppe Qualitätskontrolle vollständig lizenziert ist, können andere außerhalb dieser Gruppe überschüssige Berechtigungen verbrauchen. Weitere Informationen zu Multi-Produkt-Lizenzen finden Sie unter Multi-Produkt-Lizenz.
  4. Wie bereits erläutert hat eine Multi-Produkt-Lizenz beim Verbrauch von Berechtigungen Priorität gegenüber Einzelproduktlizenzen.
    Tipp: Vergessen Sie nicht, dass diese heraufgesetzte Priorität auf der Registerkarte Lizenzen für diese einzelne Anwendung nicht angezeigt werden kann, da sie per Definitionem nur für mehrere Produkte gilt und nur bei einer Beurteilung jedes einzelnen inventarisierten Geräts. (Da eine Multi-Produkt-Lizenz u. U. auch für eine einzelne Anwendung verbraucht werden kann, wird jede Multi-Produkt-Lizenz auf dieser Registerkarte in der Prioritätsreihenfolge angezeigt, die sie als Lizenz für diese einzelne Anwendung hat.)
  5. Gruppenzuweisungen von Einzelproduktlizenzen haben beim Verbrauch von Berechtigungen Priorität gegenüber nicht zugewiesenen Einzelproduktlizenzen.
  6. Eine Einzelproduktlizenz (ohne Zuordnung oder Gruppenzuweisung) hat nächste Priorität beim Verbrauch von Lizenzberechtigungen.
  7. Bei mehreren Lizenzen für verschiedene Editionen desselben Produkts bestimmt die Edition mit der niedrigeren Priorität die Lizenz mit der höheren Priorität. So wird gewährleistet, dass eine kostengünstige Anwendung eine kostengünstige Lizenz, sofern verfügbar, verbraucht.
  8. Bei Editionen mit Lizenzen für unterschiedliche Versionen bestimmt die Version mit der niedrigeren Priorität die Lizenz mit der höheren Priorität. So wird gewährleistet, dass eine ältere Anwendung eine ältere Lizenz, sofern verfügbar, verbraucht.
  9. Durch obige Regeln nicht anderweitig priorisierte Lizenzen werden nach den Standardprioritäten der Lizenztypen sortiert; die weiterhin gebundenen nach der Datenbankreihenfolge (also de facto nach der Reihenfolge, in der die Datensätze erstellt wurden).
Die Standardprioritäten unterschiedlicher Lizenztypen können nicht geändert werden und lauten in absteigender Reihenfolge:
  1. SAP Named User
  2. Enterprise
  3. Site
  4. IBM Authorized User
  5. Named User
  6. Node-Locked
  7. OEM
  8. Microsoft SCCM Client User
  9. User
  10. Device (Processor-Limited)
  11. Device (Core-Limited)
  12. Processor Points
  13. Processor
  14. Core Points
  15. IBM Processor Value Unit
  16. Microsoft SCCM Client Device
  17. Microsoft Server Processor
  18. Device
  19. Concurrent User
  20. Appliance
  21. Client Server
  22. Evaluation
  23. Run-Time
  24. Oracle Processor
  25. Oracle Named User Plus
  26. Oracle Legacy
  27. Enterprise Agreement
  28. Microsoft Server/Management Core
  29. Microsoft Server Core
  30. IBM Resource Value Unit
  31. IBM User Value Unit
  32. CAL Legacy
  33. Tiered Device
  34. Oracle User
  35. Microsoft Developer Network
  36. Microsoft User CAL (zugriffsbasiert)
  37. Microsoft Device CAL (zugriffsbasiert)
(Für alle anderen Lizenztypen sind keine Prioritäten festgelegt.)
Tipp: Wenn Sie die in den Anwendungseigenschaften in der Registerkarte Lizenzen angegebenen Prioritäten für mehrere Lizenzen neu anordnen möchten, verschieben Sie die Einträge in der Liste per Drag-and-drop in die gewünschte Reihenfolge. Jegliche Drag&Drop-Aktion schaltet automatisch die Einstellung Lizenzprioritäten automatisch verwalten auf Nein um. Wenn Sie wieder Ja einstellen, wird die automatisch berechnete Reihenfolge wiederhergestellt.

Beispiel 1

Angenommen, für die Anwendung Microsoft Office 2003 Professional wurde die Einstellung Lizenzprioritäten automatisch verwalten auf Ja gesetzt. Die Registerkarte Lizenzen zeigt, dass diese Anwendung mit den folgenden drei Lizenzen in der vorliegenden Reihenfolge verknüpft ist:
  1. Lizenz für Microsoft Office 2000 Professional (über Upgrade-Rechte auf dieser Lizenz, die die Version 2003 abdecken können)
  2. Lizenz für Microsoft Office 2003 Professional (dies ist die primäre Anwendung auf dieser Lizenz)
  3. Lizenz für Microsoft Office 2007 Professional (über Downgrade-Rechte auf dieser Lizenz, durch die die Version 2003 abgedeckt werden kann)
Warum werden die Lizenzen in dieser Reihenfolge verbraucht, und warum hat nicht beispielsweise die Lizenz Priorität, bei der Microsoft Office 2003 Professional direkt auf der Lizenz als primäre Anwendung angegeben ist? Der Grund ist der angenommene Wert der Lizenzen. Es wird davon ausgegangen, dass ältere Lizenzen einen geringen Wert haben als neuere Lizenzen. Daher sollten ältere Lizenzen vorrangig verbraucht werden.

Anwendungen werden Lizenzen nach bestmöglicher Eignung zugeteilt. Version 2003 verbraucht daher nur dann eine Berechtigung von der älteren Version-2000-Lizenz, wenn für diese Lizenz überschüssige Berechtigungen vorliegen (das heißt, wenn alle zugreifbaren Installationen von Microsoft Office 2000 Professional lizenziert sind). Wenn für die ältere Lizenz keine überschüssigen Berechtigungen vorhanden sind, verbraucht die Anwendung Berechtigungen von der Lizenz mit der nächsthöheren Priorität (bei der sie die primäre Anwendung ist). Wenn die Lizenz für Version 2003 vollständig verbraucht ist, kann diese Version 2003 der Anwendung von der (mutmaßlich höherwertigen) Lizenz für Version 2007 über die Downgrade-Rechte abgedeckt werden. Dies ist jedoch erst möglich, nachdem alle Anwendungen der Version 2007 lizenziert sind. Falls auf keiner der verknüpften Lizenzen überschüssige Berechtigungen vorhanden sind, wird für die Anwendung eine potenzielle Gefährdung der Compliance gegenüber der am besten geeigneten Lizenz angezeigt. Dies ist im vorliegenden Beispiel die Lizenz mit zweiter Priorität für Microsoft Office 2003 Professional (die mit der Anwendung sowohl hinsichtlich der Version als auch der Edition übereinstimmt).

Beispiel 2

Angenommen, das folgende Lizenzset ist mit der Anwendung Microsoft Office 2010 Standard verknüpft. Die oben beschriebene Standardlogik gibt die folgenden absteigenden Prioritäten für die Lizenzen vor:
  1. Lizenz für Office 2010 Standard
  2. Lizenz für Office 2013 Standard
  3. Lizenz für Office 2016 Standard
  4. Lizenz für Office 2010 Professional
  5. Lizenz für Office 2013 Professional
  6. Lizenz für Office 2010 Enterprise
  7. Eine OEM-Lizenz ohne identifiziertes primäres Produkt
  8. Eine Benutzerlizenz mit einem unterschiedlichen Wert für das Produkt
  9. Eine MSDN-Lizenz
Es wurden nur die ersten sechs Lizenzen durch dieses automatisierte Prioritätsmanagement in zusammenhängender Reihenfolge sortiert, weil nur sie über einen gemeinsamen Wert für die Lizenzierte Software verfügen. Diese automatisch festgelegten Prioritäten bedeuten, dass Installationen der Anwendung Office 2010 Standard die Berechtigungen der Lizenz für Office 2010 Standard erst vollständig verbrauchen müssen, bevor die Lizenzliste weiter abgearbeitet wird.

Die letzten drei Lizenzen wurden von den ersten sechs ausgeschlossen, weil sie nicht mit dem Wert von Lizenzierte Software übereinstimmen. Diese drei werden nach den Standardprioritäten ihrer jeweiligen Lizenztypen sortiert. (Die MSDN-Lizenz sollte durch eine Gruppenzuweisung oder, nicht ganz so praktisch, durch eine Einzelzuordnung verwaltet werden.)

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