Multi-Produkt-Lizenz

IT-Asset-Management (Cloud)
Eine Multi-Produkt-Lizenz deckt eine Gruppe von Softwareprodukten, die als Paket verkauft werden, mit einer einzigen Lizenz ab. Unterschiedliche Herausgeber strukturieren Ihre Pakete auf unterschiedliche Weise. Beispiel:
  • Bei IBM liegt der Fokus eines Pakets gewöhnlich auf einem (oder manchmal mehr als einem) primären Produkt, auf das sich die Lizenz bezieht. Vorausgesetzt, dass primäre Produkt ist installiert, ist es zulässig, darüber hinaus ein oder mehrere Zusatzprodukte kostenlos zu installieren. (In der Regel werden diese Zusatzprodukte zusammen mit dem primären Produkt auf demselben inventarisierten Gerät installiert. Manche Lizenzen lassen jedoch auch eine Installation der Zusatzprodukte auf einem anderen Gerät zu, die dann durch dieselbe Lizenz gedeckt sind. Prüfen Sie Ihre Lizenzbedingungen sorgfältig.)
  • Bei anderen Herausgebern fasst ein Paket in der Regel gleichwertige Produkte zusammen. Zum Beispiel gehören zum Paket Microsoft Office 365 die Produkte Microsoft Office (das selbst wiederum eine Produktpalette/Suite darstellt), Microsoft Azure Active Directory, Microsoft Exchange usw. Die Paketlizenz lässt die Nutzung eines oder all dieser Produkte in beliebiger Kombination auf einem beliebigen inventarisierten Gerät zu. Es gibt hier keine Unterscheidung zwischen primären und Zusatzprodukten.
Um sämtlichen Arten von Paketen gerecht zu werden, unterstützen in IT-Asset-Management Multi-Produkt-Lizenzen primäre und Zusatzprodukte in einer Multi-Produkt-Lizenz. Im Falle des Microsoft-Beispiels oben mit einem Paket gleichwertiger Produkte können alle Produkte der Multi-Produkt-Lizenz als primäre Produkte deklariert werden (Zusatzprodukte sind keine Pflicht). Die einzelne Multi-Produkt-Lizenz deckt alle Produkte, primäre und Zusatzprodukte (wenn diese unterschieden werden), ab. Standardmäßig wird der Verbrauch vorrangig Multi-Produkt-Lizenzen und erst danach mit demselben Anwendungsdatensatz verbundenen Einzelproduktlizenzen zugeordnet. Daraus folgt, dass ein einziges installiertes primäres Produkt ausreichen kann, damit das inventarisierte Gerät mit der Multi-Produkt-Lizenz verknüpft und, falls andere Faktoren wie Freistellungen fehlen, beim nächsten Abgleich Verbrauch von dieser Lizenz vermerkt wird (weitere Informationen finden Sie unter Reihenfolge des Lizenzverbrauchs).

Unterstützte Lizenztypen

Alle Lizenztypen funktionieren mit mehreren Produkten genau so wie mit Einzelprodukten (d. h. eine Multi-Produkt-Lizenz ist kein eigener Lizenztyp). Das vom Herausgeber verkaufte Produktpaket schreibt normalerweise den richten Lizenztyp vor.

Erstellen einer Multi-Produkt-Lizenz

Multi-Produkt-Lizenzen werden auf die gleiche Art erstellt wie Einzelproduktlizenzen.
Tipp: Die Fähigkeit, manche Lizenztypen zu erstellen, verlangt sowohl bei Einzelprodukt- als auch bei Multi-Produkt-Lizenzen, dass Sie das entsprechende Produkt in IT-Asset-Management lizenziert haben.
Der Hauptunterschied zwischen einer Einzelprodukt- und einer Multi-Produkt-Lizenz ist folgender:
  • Bei einer Einzelproduktlizenz weisen alle verknüpften Anwendungen (normalerweise verschiedene Versionen) den gleichen Wert in ihrem Feld Produkt auf.
  • Bei einer Multi-Produkt-Lizenz weisen die verknüpften Anwendungen mehr als einen eindeutigen Wert in ihren Produktfeldern auf.
(Den konzeptionellen Unterschied zwischen einem Produkt und einer Anwendung können Sie unter Anwendung und Produkt nachschlagen.)
Genau wie Einzelproduktlizenzen können Sie Multi-Produkt-Lizenzen auf eine der folgenden Arten erstellen:
  • Manuell (siehe Erstellen einer Lizenz)
  • Durch Verarbeiten eines Kaufdatensatzes für ein Produktpaket mit oder ohne erkannte SKU (als Beispiel siehe Verarbeiten des Kaufs einer unbefristeten Lizenz)
  • Indem Sie eine Inventarisierungsstation einen Lizenzstatus von ILMT importieren lassen, der eine Multi-Produkt-Lizenz beinhaltet (setzt voraus, dass Sie das FlexNet Manager for Datacenters-Produkt lizenziert haben)
  • Indem Sie ein Microsoft License Statement (MLS) importieren, das eine Multi-Produkt-Lizenz beinhaltet (siehe Hochladen von Käufen aus dem Microsoft License Statement) (setzt voraus, dass Sie das FlexNet Manager for Datacenters-Produkt lizenziert haben)
  • Durch den Import von Lizenzdefinitionen vom Microsoft Office 365-Onlinedienst, die eine Multi-Produkt-Lizenz enthalten (setzt ebenfalls voraus, dass Sie das FlexNet Manager for Datacenters-Produkt lizenziert haben)
  • Durch Hinzufügen weiterer (unterschiedlicher) Produkte zu einer vorhandenen Einzelproduktlizenz (siehe Verwalten von mit einer Lizenz verknüpften Anwendungen)
Sie können Wartung oder Upgrades genau so auf eine Multi-Produkt-Lizenz anwenden wie auch auf eine Einzelproduktlizenz. Auch Zuordnungen oder Freistellungen können für eine Multi-Produkt-Lizenz in großer Zahl gehandhabt werden (siehe Zuordnungen und Freistellungen anwenden).

Konfigurieren einer Multi-Produkt-Lizenz

Die mit einer Multi-Produkt-Lizenz verbundenen Produkte werden folgendermaßen klassifiziert:
  • Primäre Produkte: Mindestens eines der zur Lizenz gehörenden primären Produkte muss vorhanden sein, damit eine Berechtigung einer Multi-Produkt-Lizenz verbraucht wird. Bei den meisten Herausgebern ist es normal, dass alle Produkte einer Multi-Produkt-Lizenz primäre Produkte sind.
  • Als Zusatzprodukte: ein Zusatzprodukt kann bei der Entscheidung, ob eine Berechtigung einer Multi-Produkt-Lizenz verbraucht wird, optional sein. In manchen Multi-Produkt-Lizenzen ist festgelegt, dass Zusatzprodukte ohne zusätzliche Gebühren enthalten sind, oder dass ein bestimmtes Verhältnis von Zusatzprodukten zu primären Produkten zulässig ist, oder dass Zusatzprodukte auf eigenen Servern installiert werden dürfen. Wenn Sie Lizenzen manuell erstellen, müssen Sie die Bedingungen der Lizenzvereinbarung für das Produktpaket sorgfältig studieren, um die richtigen Einstellungen für Ihre Multi-Produkt-Lizenz herauszufinden. In der Regel sind es Lizenzen von IBM, die zwischen primären und Zusatzprodukten unterscheiden.
Die durch Ihre Multi-Produkt-Lizenz gedeckten Produkte werden auf der Registerkarte Anwendungen der Seite „Lizenzeigenschaften“ verwaltet (Einzelheiten finden Sie unter Verwalten von mit einer Lizenz verknüpften Anwendungen). Sobald Sie mehr als ein Produkt verbunden haben, ändert sich das Aussehen der Registerkarte Nutzungsrechte und Regeln, damit Sie:
  • die Upgrade- und Downgrade-Rechte jedes Produkts im Paket einzeln konfigurieren können,
  • ermitteln können, welche Produkte der Lizenz die primären Produkte sind und welche die Zusatzprodukte (jedoch nur bei Bedarf, normalerweise bei IBM-Lizenzen),
  • das Verbrauchsverhältnis jedes primären Produkts eines IBM Cloud Pak-Pakets mit einer IBM VPC-Lizenz konfigurieren können.
    Tipp: Standardverbrauchsverhältnisse für die primären Produkte einer VPC-(Virtual Processor Core)-Lizenz werden von der Bibliothek für Produktnutzungsrechte (PURL) auf Basis der Artikelnummern (SKU) von IBM automatisch eingetragen. Wenn Sie mit IBM keine Sonderrechte vereinbart haben, ist es bewährte Praxis, die Verbrauchsverhältnisse nicht zu ändern, da sie ein wenig komplex sein können und jedes primäre Produkt im IBM Cloud Pak gemäß seinem eigenen definierten Verhältnis zum Lizenzverbrauch beiträgt. Beispielsweise enthalten Ihre Berechtigungen für 1 VPC eines IBM-Cloud-Pak-Integrationsangebots alle folgenden Elemente:
    • 1 VPC für das API-Lebenszyklusmanagement
    • 1/3 VPC für Anwendungs- und Datenintegration
    • 2 bis 4 VPCs für das Unternehmens-Messaging
    • 1/2 VPC für Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung
    • 1 VPC für ein sicheres Gateway
    Änderungen an den Verhältnissen wirken sich natürlich auf den Verbrauch von Berechtigungen aus IBM Cloud Paks aus. Ein Beibehalten der PURL-Einstellungen setzt gleichzeitig voraus, dass die Erstellung von Lizenzen für einen Kauf mit einer Cloud-Pak-Artikelnummer am besten durch Verarbeitung erfolgt (damit die Lizenz automatisch erstellt wird). Wenn Sie eine Lizenz manuell erstellen möchten, achten Sie darauf, ein entsprechendes Lizenzmodell auszuwählen, das die Produktverhältnisse einrichtet. Wenn Sie weder eine bekannte Artikelnummer nutzen noch ein Cloud-Pak-Lizenzmodell wählen und dann dieser Lizenz eine Anwendung hinzufügen, werden die VPC-zu-Lizenzberechtigungsverhältnisse alle per Voreinstellung auf 1:1 gesetzt.
  • Für Zusatzprodukte:
    • Ermitteln können, ob die Zusatzprodukte zur Feststellung der Lizenz-Compliance mitgerechnet werden müssen
    • Ein zulässiges Verhältnis von Zusatzproduktinstallationen zu jeder Instanz des/der primären Produkt(s/e) definieren können
      Tipp: Wenn das angegebene Limit für Zusatzprodukte erreicht ist, verursachen auch weitere Installationen der Zusatzprodukte einen Lizenzverbrauch.
Diese Einstellungen werden in einem Dialogfeld nacheinander angezeigt, wenn Sie auf der Registerkarte Nutzungsrechte und Regeln in der Spalte Nutzungsrechte bearbeiten auf das Bearbeitungssymbol (einen Bleistift) klicken. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Produktnutzungsrechten.

Berechnung des Lizenzverbrauchs

Bei der Berechnung des Lizenzverbrauchs bewertet IT-Asset-Management die einzelnen Produktinstallationen auf einem inventarisierten Gerät. Wenn eine beliebige Produktgruppe mit dem/den zu einer vorhandenen Multi-Produkt-Lizenz gehörenden primären Produkt(en) übereinstimmt, wird der Verbrauch der Multi-Produkt-Lizenz zugerechnet und nicht den verschiedenen Einzelproduktlizenzen (d. h. Multi-Produkt-Lizenzen haben eine höhere Priorität als Einzelproduktlizenzen; siehe Berechnungen der Lizenz-Compliance (insbesondere für Pakete) oder, für eine technischere Analyse des Compliance-Prozesses siehe Berechnungen der Lizenz-Compliance (insbesondere für Pakete)). Nachdem die Gruppe der primären Produkte bedient wurde, kann dieselbe Lizenz auch noch Zusatzprodukte abdecken, wenn solche identifiziert wurden. Sie können auch Zuordnungen verwenden, um zulässige Installationen eines Zusatzprodukts auf einem eigenen Server abzudecken.

Unterschied zwischen einer Multi-Produkt-Lizenz und einer Anwendungssuite-Lizenz

Tipp: Verwechseln Sie auf keinen Fall eine Anwendungssuite-Lizenz oder eine Multi-Produkt-Lizenz mit einer Bestellung, die mehrere Produkte abdeckt, von denen jedes in einer eigenen Position aufgeführt wird (in IT-Asset-Management gilt jede Bestellposition als eigener Kauf). Separate Käufe decken Produkte ab, die in Bezug auf Lizenzrechte nicht miteinander in Beziehung stehen.
Die folgenden Tabelle erläutert die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen einer Anwendungssuite-Lizenz und einer Multi-Produkt-Lizenz:
Eigenschaft Anwendungssuite-Lizenz Multi-Produkt-Lizenz
Installation Eine Anwendungssuite besteht aus einer Reihe von Anwendungen, die als einzelne Suite verkauft wurden und für die nur eine einzelne Lizenz erforderlich ist. Adobe Creative Suite ist ein gutes Beispiel für eine Software-Suite. Eine Suite-Lizenz berechtigt Sie zur Installation einer oder aller Anwendungen, die zu der Suite gehören. Eine typische Multi-Produkt-Lizenz deckt eine Gruppe einzelner Produkte ab, die in der Regel auf demselben Computer installiert werden. (Manche Produktpakete lassen die Installation eines Zusatzprodukts auf einem separaten Server zu.) Wenn Sie das primäre Produkt installieren, sind die Zusatzprodukte gewöhnlich ohne Zusatzkosten lizenziert.
Nachweise Der zurückgemeldete Nachweis weist typischerweise auf ein einzelnes Installationsprogramm hin. Der zurückgemeldete Nachweis weist typischerweise auf mehrere Anwendungen mit unterschiedlichen Produktwerten hin. IT-Asset-Management analysiert die erfassten Nachweise, um die passende Lizenz zu ermitteln, und rechnet den Verbrauch dann dieser Lizenz zu. Die Multi-Produkt-Lizenz Microsoft SharePoint Server verlangt zum Beispiel keine eigene Lizenz für Microsoft SQL Server, wenn Sie Microsoft SharePoint Server zusammen mit der Datenbank auf demselben Server installieren. Wenn das der Fall ist, rechnet IT-Asset-Management den Verbrauch automatisch der richtigen Multi-Produkt-Lizenz zu.
Produktnutzungsrechte Die Elemente einer Suite weisen in der Regel dieselben Produktnutzungsrechte auf. Sie können die Produktnutzungsrechte für jedes in einer Multi-Produkt-Lizenz enthaltene Produkte einzeln konfigurieren.

Die folgende Abbildung zeigt ein Hybridvorgehen für Suites und Pakete. Die Suite ABC (im Wert von 1.000 USD) besteht aus den Produkten A, B und C. Das Produkt D (im Wert von 500 USD) wird einzeln und als Produkt aus dem Paket A2D verkauft. Wenn Sie die Multi-Produkt-Lizenz A2D im Wert von 1.200 USD kaufen, mit der die Produkte A, B, C und D abgedeckt sind, sparen Sie 300 USD pro Lizenz im Vergleich zu den Kosten, die entstünden, wenn Sie die Suite und das Produkt D einzeln lizenzieren würden. Wenn alle vier Produkte auf einem Gerät installiert sind, erkennt IT-Asset-Management das Vorhandensein der Suite ABC und des Produkts D und verbraucht eine einzelne Berechtigung der Multi-Produkt-Lizenz A2D.



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