Anwendung

Eine Anwendung kennzeichnet sich durch folgende Eigenschaften:
  • Eine Anwendung ist ausführbare Software, die zu einem bestimmten Zweck verwendet wird, z. B. für die Textverarbeitung oder die Buchhaltung. Sie beinhaltet eine Sammlung von Dateien, einschließlich ausführbarer Dateien, die auf einem Computer installiert und ausgeführt werden können.
  • Eine Anwendung kann separat erworben (oder beschafft) werden.
  • Eine Anwendung kann nachvollziehbar mit mindestens einer bestimmten Lizenz verknüpft werden.
  • Eine Anwendung kann, abgesehen von wenigen Ausnahmen, anhand von verschiedenartigen Nachweisen als auf einem Computer installiert erkannt werden.

Ganz allgemein ist unter einer Anwendung Folgendes zu verstehen: Software, die beschafft, lizenziert und installiert werden kann und die einem bestimmten Zweck dient. Beispiele: Microsoft Word, WinZip oder Adobe Photoshop.

Allerdings muss das Konzept einer Anwendung in Zusammenhang mit IT-Asset-Management enger gefasst sein als nach dem allgemeinen Verständnis. Da mit IT-Asset-Management Lizenzen nachverfolgt werden und die Lizenzierung von Anwendungen nach verschiedensten zusätzlichen Dimensionen (wie der Version oder Edition einer Anwendung) variieren kann, muss das Konzept einer Anwendung auch entsprechend diesen Dimensionen modelliert werden. Die folgenden zusätzlichen Unterscheidungen werden berücksichtigt:

  • Bei einer Anwendung wird eine bestimmte Versionsnummer angegeben (standardmäßig die Haupt- und die erste Nebenversionsnummer, z. B. „3.2“). In IT-Asset-Management wird die Versionsnummer üblicherweise als Version bezeichnet. So werden bei der Lizenzierung von WinZip 9 deutlich andere Rechte eingeräumt als bei der Lizenzierung von WinZip 11. In der Begrifflichkeit von IT-Asset-Management handelt es sich bei WinZip 9 und WinZip 11 um eindeutig unterscheidbare Anwendungen, also um zwei verschiedene Instanzen desselben Produkts.
  • Bei einer Anwendung wird eine bestimmte Edition angegeben (z. B. Standard, Enterprise, Gold usw.). Bei manchen Lizenzen werden andere Bedingungen für die Editionen eines Produkts festgelegt, die einen erweiterten Funktionsumfang bieten. Unterschiede in den Bedingungen müssen in IT-Asset-Management als eindeutig unterscheidbare Lizenzobjekte modelliert werden; die einzelnen eindeutig unterscheidbaren Lizenzen können dann mit der jeweils richtigen Edition verknüpft werden.

In IT-Asset-Management werden Datensätze von Anwendungen in die Bibliothek für die Anwendungserkennung (Application Recognition Library, ARL) heruntergeladen. Diese Datensätze stehen für die Software, die auf einem Computer installiert werden kann. Sie werden mit separaten Datensätzen von Installationsnachweisen (und gelegentlich Dateinachweisen) verknüpft, die im Softwarebestand angezeigt werden. Mithilfe dieser Verknüpfungen können die Rohbestandsnachweise von IT-Asset-Management in Listen von installierten Anwendungen übertragen werden. Anschließend können Sie Beziehungen zwischen Anwendungen und Lizenzdatensätzen herstellen, um anzugeben, welche der installierten Anwendungen von einer Lizenz abgedeckt sind.

Diese Detailfülle ist nicht immer notwendig. Miteinander in Beziehung stehende „Familien“ von Anwendungen (mit demselben Namen) werden als Produkte oder Softwaretitel in einer Gruppe zusammengefasst. So lässt sich sagen:
  • Ein Softwareherausgeber (wie Adobe)
  • entwickelt ein Produkt (z. B. Acrobat),
  • das in verschiedenen Editionen (wie Standard und Pro) herausgegeben
  • und im Lauf der Zeit auf verschiedene Versionen aktualisiert wird.
Die Anwendung ist der gemeinsame Endpunkt all dieser Dimensionen.

Manchmal werden Anwendungen zusammen mit weiteren Anwendungen (anderen Titeln) zu einer Suite oder einem Paket zusammengefasst.

In IT-Asset-Management werden diese Begriffe sämtlich mit jeweils eigenen Bedeutungen verwendet.

IT-Asset-Management (Cloud)

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