Freistellungen für eingebettete (integrierte) Produkte

IT-Asset-Management (Cloud)

Die Lizenz mancher Anwendungen umfasst ein weiteres, eingebettetes Software-Produkt, das die benötigten Funktionen bereitstellt. Ein Beispiel dafür ist die Lizenz für Oracle SQL Developer, die auch die Installation der eingebetteten Anwendung Oracle Java SE einschließt.

In solchen Fällen beinhalten die Lizenzbedingungen häufig Klauseln wie die folgenden:
  • Die eingebettete Anwendung muss im selben Dateisystem desselben Geräts installiert sein, in dem auch das Hauptprodukt installiert ist.
  • Die eingebettete Anwendung muss in einem Unterordner des Ordners installiert sein, in dem das Hauptprodukt installiert ist.
  • Die eingebettete Anwendung muss eine bestimmte Version aufweisen, nämlich die, die mit dem Hauptprodukt ausgeliefert wurde.
IT-Asset-Management gibt Ihnen die Möglichkeit, diese Freistellungen zu verwalten, indem Sie einen oder mehrere Dateipfade für die eingebettete Anwendung (in unserem Beispiel Java) in der Lizenz für eben diese eingebettete Anwendung deklarieren.
Zur Erinnerung: Wenn Sie mehrere Lizenzen haben, für die die eingebettete Anwendung Verbrauch generieren könnte, müssen Sie dieselbe Dateipfadfreistellung vermutlich in all diesen Lizenzen deklarieren, oder Sie nutzen eine Zuordnung, um die eingebettete Anwendung zwangsweise mit einer bestimmten Lizenz zu verknüpfen.
Installationen der eingebetteten Anwendung, die unter einem freigestellten Dateipfad in einer verknüpften Lizenz gefunden werden, generieren keinen Verbrauch für diese Lizenz. Es wird stattdessen angenommen, dass sie durch die Lizenz gedeckt sind, die mit dem übergeordneten Produkt verbunden ist (in unserem Beispiel Oracle SQL Developer).
Tipp: Während des Lizenzabgleichs gleicht IT-Asset-Management die von Ihnen hier deklarierten freigestellten Pfade mit den detaillierten Informationen ab, die für freigestellte Anwendungen hinterlegt sind. (Für weniger Speicherbedarf und schnellere Verarbeitungszeiten werden für Anwendungen, für die eine solche Freistellung nicht erforderlich ist, keine zusätzlichen Details hinterlegt.) Daher müssen Sie vor der Deklaration der freigestellten Dateipfade hier Folgendes tun:
  1. Setzen Sie für die freigestellte Anwendung die Eigenschaften unter Allgemein auf Detaillierte Nachweise importieren (Einzelheiten dazu finden Sie in der Hilfe zur Registerkarte „Allgemein“ in den Anwendungseigenschaften).
  2. Vergewissern Sie sich, dass die Anwendung mit den aktualisierten Eigenschaften mit dieser Lizenz verknüpft ist.
Wenn diese vorbereitenden Aktionen abgeschlossen sind, werden die Steuerelemente unter Freigestellt nach Dateipfad für die entsprechenden Lizenztypen verfügbar.
Beachten Sie, dass für ein zuverlässiges Funktionieren dieser Freistellung, die freigestellte Anwendung nur durch Dateinachweise ermittelt werden darf (weil eine Anwendung, die durch Installationsprogramm-Nachweise oder WMI-Nachweise ermittelt wird, nicht durch Dateipfade freigestellt werden kann). Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu gewährleisten:
  • Wenn Sie Ihren eigenen Anwendungsdatensatz anlegen, verknüpfen Sie nur Dateinachweise mit dem Anwendungsdatensatz.
  • Wenn Sie einen vorhandenen Anwendungsdatensatz verwenden (etwa einen aus der Bibliothek für die Anwendungserkennung), mit dem bereits andere Nachweistypen verknüpft sind, haben Sie folgende Möglichkeiten:
    1. Gehen Sie in den Anwendungseigenschaften auf die Registerkarte der entsprechenden Nachweise. Dort klicken Sie auf den Namen des Nachweises, um die Nachweis-Eigenschaften aufzurufen.
    2. Wählen Sie in den Nachweis-Eigenschaften auf der Registerkarte Allgemein aus der Liste Ignoriert die Option Ja aus und speichern Sie Ihre Änderungen. Ignorierte Nachweise spielen bei der Anwendungserkennung keine Rolle.
Einschränkung: Die Steuerelemente zur Lizenzfreistellung nach Installationspfad sind nur für die Lizenztypen „Oracle Processor“ und „User“ verfügbar.
  • Für eine „Oracle Processor“-Lizenz gilt: Wenn ein verknüpftes Gerät mehr als eine Installation der eingebetteten Software aufweist (zum Beispiel mehrere Java-Versionen), wird das Gerät nur dann vom Verbrauch freigestellt, wenn alle diese Installationen ausschließlich durch Dateinachweise identifiziert werden, für die der Installationspfad freigestellt wurde.
  • Für eine „User“-Lizenz gilt: Alle Geräte, für die entweder der Benutzer als primärer Nutzer identifiziert wird, oder auf denen eine Nutzung der Anwendung durch eben diesen Nutzer erfasst wurde, werden ausgewertet. Und in allen Fällen muss das eingebettete Produkt ausschließlich durch Dateinachweise identifiziert werden, für die der Installationspfad freigestellt wurde. Nur dann wird die Freistellung auf den Nutzer angewendet.

So legen Sie eine Lizenzfreistellung nach Installationsdateipfad fest:

  1. Vergewissern Sie sich, dass der Anwendungsdatensatz der eingebetteten Anwendung die notwendigen Voraussetzungen erfüllt:
    • In seinen Eigenschaften ist auf der Registerkarte Allgemein das Kontrollkästchen Detaillierte Nachweise importieren markiert.
    • Auf der Registerkarte Nachweise sind nur Dateinachweise mit der Anwendung verknüpft.
    • Der Anwendungsdatensatz ist mit der Registerkarte Anwendungen der Eigenschaften dieser Lizenz verknüpft.
  2. Klicken Sie bei Bedarf auf der Registerkarte Nutzungsrechte und Regeln dieser Lizenz in der Strukturansicht auf den Bereich Freistellungen, um diesen Bereich zu öffnen.
  3. Klicken Sie in der Liste Freigestellt nach Dateipfad auf das Pluszeichen (+) in der Spalte Aktionen, um einen neuen freigestellten Dateipfad hinzuzufügen.
    Tipp: Alternativ können Sie bereits angelegte Freistellungspfade entfernen oder ändern. Erweitern Sie bei Bedarf den Satz an Pfaden mithilfe des Pluszeichens (+) links neben der ersten Zeile, suchen Sie den Freistellungspfad, der Sie interessiert, und klicken Sie in seiner Spalte Aktionen entweder auf das Papierkorbsymbol, um die alte Einstellung zu entfernen, oder auf das Bleistiftsymbol, um sie zu ändern.
  4. Klicken Sie in der neuen Zeile in die Spalte Pfad und geben Sie die Details des Installationsordners der eingebetteten Anwendung ein.
    Tipp: Es kann vorteilhaft sein, zu diesem Zeitpunkt den Anwendungstransparenzbericht auszuführen und den Rohdateipfad zu beobachten, der von verschiedenen inventarisierten Geräten, auf denen die Anwendung installiert ist, zurückgemeldet wird. Dieser Pfad muss ganz genau wiedergegeben werden, um eine Freistellung für eine Installation auf einem bestimmten Gerät anzulegen.
    • Der Pfad darf maximal 400 Zeichen lang sein.
    • Ihre Pfaddefinition kann Platzhalter im SQL-Stil enthalten (Beispiele finden Sie im letzten Teil von https://docs.microsoft.com/en-us/sql/t-sql/language-elements/like-transact-sql?view=sql-server-ver15), wobei der Platzhalter % besonders hilfreich ist.
    • Sie können das kleinste allgemeine Segment des Pfads verwenden, das sich ausschließlich auf die eingebettete Anwendung bezieht, vorausgesetzt Sie verwenden Platzhalter für die Teile des Pfads, die zu beiden Seiten des von Ihnen gewählten Segments fehlen.
    Beispiel:
    • Rohdateipfad = D:\oracle\product\11.2.0\client_1\jdk\jre\bin\
    • Übereinstimmende Zeichenfolge mit Platzhaltern: %\oracle\product%
  5. Erstellen Sie in der Spalte Freistellungsgrund der Zeile einen sinnvollen Eintrag (mit bis zu 256 Zeichen), der erläutert, warum diese Freistellung angelegt wurde.
    Tipp: Dabei handelt es sich um ein Freitextfeld, das Sie nicht mit dem Standardsatz an Gründen verwechseln dürfen, warum ein Gerät vom Verbrauch einer Lizenzberechtigung freigestellt sein kann. Sie können beispielsweise etwas eintragen wie: Installiert durch OrSQLDev.
  6. Geben Sie in die Spalte Version eine Zeichenfolge (mit bis zu 100 Zeichen) ein, die der Versionsnummer der freigestellten Anwendung entspricht (die in der Spalte Version Roh-Nachweis des Anwendungstransparenzberichts eingesehen werden kann).
    Ihr Eintrag wird mit den detaillierten Inventardaten abgeglichen, die für diese Anwendung zurückgemeldet werden. Damit die Lizenzfreistellung gewährt wird, muss es eine Übereinstimmung geben. Wie auch in der Pfaddefinition können Sie Platzhalter im SQL-Stil verwenden. Zusätzlich entspricht ein Punkt (Satzendepunkt) entweder einem Punkt oder einem Komma.
  7. Wenn Sie mit Ihren Änderungen fertig sind, klicken Sie am rechten Zeilenende auf das Symbol zum Speichern.
  8. Bei Bedarf können Sie den Vorgang wiederholen, um eine weitere Zeile zum Erfassen eines weiteren Pfads und/oder einer weiteren Version für Installationen auf verschiedenen Geräten hinzuzufügen, die Sie Ihrem Anwendungstransparenzbericht entnommen haben.
Um zu prüfen, ob die neue Einstellung korrekt funktioniert, warten Sie bis zum nächsten Lizenzabgleich und schauen Sie dann den Verbrauch für diese Lizenz an. Kein Gerät, auf dem die Installation der eingebetteten Software mit den Details des Pfads und der Version übereinstimmt, die Sie hier angelegt haben, generiert Verbrauch für diese Lizenz. Stattdessen wird dafür Freigestellt nach Dateipfad angezeigt.

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